Der erste offene Gesprächskreis in 2026 findet am
11. Februar um 18:30 Uhr im UG der Taunushalle
in Schönberg statt.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen.
Grasloc – eine anonyme Familienlinie der Kronberger Ritter?
Am 5. November fand in der Kronberger Stadthalle den Vortrag zu dem bisher wenig bekannten Familienstamm der Kronberger Ritter statt. Herr Heinz-Jürgen Kronberg (Bild 1 ) berichtete über den aktuellen Stand der Forschung zur Position des Graslock`schen Nebenzweiges zu den drei bisher bekannten Stämmen derer von Kronberg. Nach Ronner sind mit Beginn der Ritter von Eschborn und erste von Kronberg, d.h. vor 1194 die Grasloc von Kronberg als Nebenlinie dargestellt. In detaillierter Weise werden die Nachfahren, ausgehend von Emmerich 1298/1304 und seiner unbenannten Tochter, welche einen Conrad Graslock aus Dieburg heiratet, wird aber von Cronberg benannt. Dies ist ungewöhnlich das eine Frau den Stammesnamen an den Ehemann weitergibt. Die Graslock von Cronberg waren aber unbestritten vollberechtigte Mitglieder der Cronberger Ganerbengemeinschaft, zumindest eine Zeit lang. In mehreren urkundlich nachweisbaren Generationen bestand diese Linie von 1304 bis 1551! Sie wurden von der Ganerbenschaft unter „von Cronberg“ voll akzeptiert und es gab keinen Widerstand – im Gegenteil, es gab weiterhin ein vielfaches Miteinander.
Es stellte sich dabei heraus, das neben den drei Kronen-, Flügel- und Ohren-Stämme, der vierte Stamm zuzurechnen sei. Als Beleg sind dazu die letzten Wappen herangezogen. Das Wappen auf dem letzten Kronberger Grabstein in Hahnstetten (Bild 2) als auch im Wappensaal der Burg zeigt eben vier Stämme der Kronberger Ritter. Dies auch mit dem Zitat “Dies sind die vier Geschlecht von Cronberg, so von Alters gewesen.“ Als Zeichen des vierten Stammes stellt der Hl. Mauritius das Cronberger Wappen dar. Die Ähnlichkeiten der früheren Wappen zwischen Cronberg und Dieburg mit stehender Person sowie rot-weißer Schal sind zu deutlich (Bild 3 & 4).

„Kronberger Gaststättengeschichten“
Die Lesung des Buchautors Robert Philippi mit Buchvorstellung fand am Do., 4. Dezember in der Museumsgesellschaft Villa Winter statt.

Historisches, Kurioses, Heiteres gesammelt und zusammengetragen von Hans Robert Philippi.
Die Gastwirtschaften Kronbergs sind in der Vergangenheit ein wesentliches Element des sozialen Stadtlebens gewesen. Aus der Kenntnis ihrer Geschichte und den Geschichten um sie herum lässt sich ein Einblick in das frühere Leben in unserer Stadt gewinnen, der über das rein Dokumentarische zu den Häusern hinausgeht.
Während des dritten großen Stadtbrandes im Jahre 1792 ging auch das Kronberger Rathaus in den Flammen unter. Mit ihm verbrannten wohl nahezu alle Archivalien. Die Stadt Kronberg hat ihr Gedächtnis verloren. Selbst danach bleiben die Quellen oft lückenhaft und nicht vollständig.
Anhand gefundener Nachweise, Berichten, Erzählungen und meist schriftlich fixierter Erinnerungen und Erzählungen soll die Bedeutung der gastlichen Stätten für das städtische Leben in der Vergangenheit dargestellt werden sowie deren Geschichte und Bedeutung über die Zeit.
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Vortrag vom 3. Dezember mit Autor Helmut Hujer
„Das Kriegsende vor 80 Jahren – Erinnerungen an das Kriegsende 1945 in Kronberg“
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• Buchvorstellung fand statt am 19. November 2025
„Cronberg und Schönberg im Ersten Weltkrieg“
Autor Dr. Alexander von Hoffmeister las Artikel aus seinem neuesten Buch vor. Ein gewichtiges Werk was in der Kronberger Geschichte bisher als dunkles Kapitel fehlte. Jetzt kommen auf über 400 Seiten leicht lesbare Kapitel als Buch auf den Markt. Hier bei uns erhältlich!
Am 22. Oktober fand der Vortrag über
„Bekannte, weniger bekannte und vergessene Plätze rund um den Großen Feldberg im Taunus“
statt. Vortragende und Buchautoren waren Sigrid & Dietrich Bender, aus Hofheim. Ihr Buch ist in der Bücherstube Kronberg erhältlich.
Das Buch „1842 – 1912 Kronberger Auswanderer“ von Tilman Ochs ist bei uns direkt bestellbar. Für 15 € per E-Mail oder Anruf.
Actum Cronberg den 12ten May A(nn)o 1683
In Examination der Streit Sachen und vorgegangenen Schlägerei beim Bier in Andreas Gauffen Behausung zwischen dem einen bei Heinzenberger in Arbeit stehenden Gesellen Michel, Hl. Ober Kellers Knecht und Bartholomen Groschen, ist durch abgehörte Zeugen
befunden und ausgesagt worden, daß der Schlossergesell der Anfänger gewesen und dem Hessen Knecht afs Maul geschlagen daß die Naß gebludet, auch den Groschen oftermals einen S.V. Schelmen und desgleichen gescholten, auch endtlich geschlagen, hernacher der
Herren Diener Crafft sie genohmen und mit den Haaren vor die Thür geschleift.
Nach diesem haben sie sich zusammen in Israel Geisels Hauß begeben, da aber der Würth nit afmachen wollen, hat der Herren Diener Paul und Crafft gewaltig an die Thüren geschlagen, das endlich afmachen müßen und sie beede vor alles guths zu sein versprochen, da dann af ein und andrer Redt, der Crafft endtlich den Krug(?) af den Tisch und das Glas mit Bier af die Erdt geschlagen, Ulrich Gottschaldt und Johann Jacob Herschen herauß gefordert, da sie aber nit gewolt sondern geruffen, sollten da bleiben, wäre ihnen kein Streit, er geantwortet, sollten ihn S.V. im Hinder lecken, dagegen Ulrich Godtschald wollte ihm S.V. in Hals scheißen, daraf er, Crafft, ihm Gottschaldt mit der Faust afs Aug geschmissen und gewaltsam, wie der Augenschein giebt, geschlagen. Nach diesem dem Herschen auch af die Nas und blutig geschlagen, auch hätte er, Ulrich, dem Crafften, weil er ihm den Finger ins Maul stecken wollen, in denselben gebissen.
Actum = geschehen
Hl. = Hochlöblich
S. V. = salva venia = mit Verlaub
Quelle: Gerichtsprotokollbuch 1681-1709, S. 23, Stadtarchiv Kronberg
Siehe auch W. Ronner, Als Kronberg hinter Mauern lag, Band 1, S. 47
Genannte Personen:
Andreas Gauff 1645 – 1735.
Wirt im ‚Löwen‘, Nachfolger v. Rebstöcker; er hat ein Brauhaus ‚hinder dem Danzhaus‘; in Sterbeeintrag ältester Gerichtsmann und Kirchenältester; laut Balkeninschrift in der Backstube der Bäckerei Christ erbaut Andreas mit seiner Frau Susanne Hoff 1696 das Haus Friedrich-Ebert-Str. 39
Jakob Heinzenberger ca. 1640 – 1689, Schlosser; Wirt im ‘Pfau‘
Schlossergeselle Michel
Bartholomeus Grosch, * 17.8.1660 Oberursel; Knecht des Oberkellers; im Hochzeitseintrag (kath. Kirchenbuch) des Sohnes Joh. Carl vom 7.9.1706 Beruf Drechsler
Paul und Crafft, herrschaftliche Diener
Israel Geisel, Geburtsdatum unbek., + 1692
Bierbrauer; er besitzt ein Brauhaus an der Eichenpforte; er hat 1672 das Haus Pferdstr. 17 gebaut (s. Schatzungsbuch 1682, StA Kronberg, Behausung an der Judenpforte); seine Tochter Sibille heiratet 1695 Joh. Friedrich Weidmann; ab da ist das Anwesen Pferdstr. 15-17 bis 1835 im Besitz von Weidmann-Familien
Ulrich Gottschaldt/Gottschalk ca. 1660 – 1723
Johann Jakob Hersch/Hirsch 1654 – 1730
Oberkeller, namentlich z. Z. nicht korrekt einzuordnen. Historisch war der Keller (oder Kellner) ein Verwalter für Abgaben (Zehnt, Naturalien) bei Grundherren oder in Klöstern, eine Art Finanzbeamter des Mittelalters/der Frühen Neuzeit
T. Ochs 12.12.2025