Geschichtsverein Kronberg

Wir wünschen unseren Mitgliedern und Freunden der Kronberger Geschichte entspannte, sonnige und frohe Ostertage !

VERANSTALTUNGEN

Mittwoch 8. April | 18:30 Uhr

Nächste offene Gesprächsrunde
in der Taunushalle UG-Mehrzweckraum.

 

18. April | 15. Geschichtstag für Taunus und Main in Friedrichsdorf – Einladung folgt
„Made in Taunus“ – Erfindungen, Design und Innovationen in der Rhein-Main-Taunus-Region

 

09. Mai | Europatag in Steinbach
mit Beteiligung der AG der HTK Geschichtsvereine. Besuchen Sie uns am Stand Nr. 9!

Kritischer Blick auf und hinter die Fassade

Ein TZ-Artikel von Ulrich Boller vom 1. April 2026

Interessanter Vortrag beim Geschichtsverein – Hanspeter Borsch und Horst Neugebauer sind nun Ehrenmitglieder!

 

Kronberg – Zu Ehrenmitgliedern des Kronberger Geschichtsvereins sind während der jüngsten Jahreshauptversammlung Horst Neugebauer und Hanspeter Borsch ernannt worden. Die Mitglieder des Vereins votierten einstimmig für die beiden ausgezeichneten Kenner der Geschichte und Gegenwart der Burgstadt.

Vorsitzender Rolf Gilgen überreichte die schmuckvollen Urkunden, verbunden mit dem Dank für das jahrzehntelange Engagement beider. Borsch hat sich mit Forschungen und Vorträgen zur Historie der Stadt einen Namen gemacht, Neugebauer führt seit 55 Jahren Besucher und Interessierte durch deren Straßen und Gassen.

Vorstand im Amt bestätigt

Profunde Sachkenntnis und manche Prise Humor zeichnen die Führungen des ehemaligen Leiters des Kronberger Kulturamtes aus. Wer daran teilnimmt, erfährt viel über Kronberg, seine Menschen und die Geschehnisse. Akademische Trockenheit liege ihm fern, sagte Neugebauer. In seinen Erläuterungen reiht er nicht Personen und Jahreszahlen aneinander, sondern versteht es vielmehr, Geschichte lebendig zu erzählen. Freude und Begeisterung über seine Heimatstadt teilen sich darin beredt mit. Legendär seine launigen Moderationen beim Oberhöchstädter Fastnachtsumzug, nicht minder sein fulminantes Gastspiel als Auktionator einer Versteigerung von Regenschirmen.

Turnusgemäß standen bei dem jährlichen Treffen die Neuwahlen zum Vorstand an. In ihren jeweiligen Ämtern bestätigten die Mitglieder die seitherigen Angehörigen des Leitungsgremiums für die kommenden zwei Jahre. Weiterhin sitzt Gilgen dem Vorstand vor, sein Stellvertreter bleibt Jens Becker. Die Kasse führt Friedrich Schulte, zum Schriftführer wurde Guido Ettlich gewählt. Zum zweiten Kassenprüfer bestimmte die Versammlung Klaus Weimar. Zu vor hatten Gilgen über die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres berichtet.

Dabei nahmen die Aktivitäten für das vereinseigene Archiv großen Raum ein. Es bewahrt sowohl Dokumente aus der Stadtgeschichte als auch einen umfangreichen Bestand an Jahrbüchern und Sammelbänden mit historischen Aufsätzen. Als „Sorgenkind“ bezeichnete der Vorsitzende das Museum für Stadtgeschichte. Derzeit sei es „fast durchgängig geschlossen“, die Besucherzahlen „gering“. Gilgen: „Erforderlich ist es, das Museum neu zu gestalten.“ Der Vorstand suche nach geeigneten Räumen mit barrierefreiem Zugang und zentral gelegen.

Teilgenommen hat der Verein am Europatag, was auch in diesem Jahr wieder der Fall sei, nämlich am 9. Mai in Steinbach. Das Jahresprogramm bereicherten mehrere Vorträge, beispielsweise von Hans Robert Philippi über Kronberger Gaststätten oder „Cronberg und Schönberg während des 1. Weltkriegs“ von Alexander von Hoffmeister.

Für die Stadtführungen sei der Verein bestrebt, „junge Leute heranzuziehen“ und die Führungen weiter zu verbessern, wie Gilgen sagte. Einstimmig entlasteten die Mitglieder auf Antrag der Kassenprüfer den Vorstand für dessen Arbeit im vergangenen Jahr.

Auf die Fassade des Gasthauses Adler in der Kronberger Altstadt lenkte Borsch im Anschluss an die Versammlung die Aufmerksamkeit. Beim Blick auf die Fassade, sowohl auf Fotos als auch an Ort und Stelle, habe er sich gefragt: „Warum ist das Fachwerk so nüchtern?“ Auffällig seien außerdem die Bögen über den Fenstern sowie deren gleichmäßige Anordnung über die einzelnen Etagen hinweg. Die Mansarddächer mit Gauben nannte der diplomierte Ingenieur als weitere Merkmale.

Ausschlaggebend war ein Foto

Auf die richtige Spur habe ihn allerdings erst ein Foto gebracht, das er später gefunden habe. Es zeigt, daß die Fassade des markanten Eckhauses ehedem verputzt, die Konstruktion der Holzbalken den Blicken entzogen war. Die solcherart gestaltete Fassade verweist nach den Worten des Architekten auf einen Baustil des letzten Viertels des 18. Jahrhunderts: „Louis seize“, Ludwig XVI., benannt nach dem letzten Bourbonenkönig Frankreichs vor der tief einschneidenden Revolution.

Dazu passe das nachgewiesene Baujahr 1780. Zurückführen lasse sich dieser Stil zu bauen auf den Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann, sagte der Referent. Dessen ästhetisches Ideal orientierte sich an der „edlen Einfalt und stillen Größe“ der antiken griechischen Architektur. Das spiegele sich in den klassizistischen Bauten des späten 18. und des gesamten 19. Jahrhunderts wider. Beispiele dafür gebe es in Kronberg sowie in der Region. Der Weidenhof in Frankfurt sowie das Palais Thurn und Taxis zählten dazu, in Kronberg die heutige Gaststätte „Zum grünen Baum“. Für sie sei die Symmetrie der Fassade charakteristisch, dazu das „Franzosendach“ oder „gebrochene Dach“ mit seinen übereinandergeschichteten Abschnitten.

Für den Außenputz, führte Borsch aus, habe es Farbtabellen gegeben. „Je höher desto heller“ lautete ihm zufolge die Regel. „Weiß wurde ausschließlich für die Rahmen der Fenster verwendet, während die Sockel in dunklen Farben gehalten waren.“

Wenn der „Grüne Baum“ auf einem Gemälde mit offenen Fachwerk gezeigt werde, dann deswegen, weil sich das Haus noch im Bau befand, hob der Ingenieur hervor. „Jedes Haus will sich setzen, es will trocknen. Dazu läßt man es unverputzt.“ Die mit Ziegelsteinen ausgemauerten Gefache seien daher noch sichtbar.

Starke Kritik übte Borsch an seinem früheren Studienkollegen Manfred Gerner. Der als „Fachwerkpapst“ apostrophierte Ingenieur habe in der Region das Fachwerk zahlreicher Häuser im Stil Louis seize freigelegt, obgleich die hölzernen Konstruktionen nicht als Sichtfachwerk geplant gewesen seien. „So hat Gerner mehr als 250 Fassaden demoliert“, formulierte es Borsch drastisch. Aus Borschs Sicht gelungen lasse sich das nach dem Krieg wiederaufgebaute Goethehaus am Frankfurter Hirschgraben, errichtet 1756, nennen sowie Häuser am Allmeygang und Schloßgraben in der Höchster Altstadt.

NEUIGKEITEN | RÜCKBLICKE

Vorsitzender Rolf Gilgen mit den neuen Ehrenmitgliedern des Vereins, Hanspeter Borsch und Horst Neugebauer. © VGK-Jens Becker

 

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„Kronberger Gaststättengeschichten“

Das Buch ist bei uns hier per Email bestellbar!

Die Lesung des Buchautors Robert Philippi mit Buchvorstellung fand  am Do., 4. Dezember in der Museumsgesellschaft Villa Winter statt.

Historisches, Kurioses, Heiteres gesammelt und zusammengetragen von Hans Robert Philippi.
Die Gastwirtschaften Kronbergs sind in der Vergangenheit ein wesentliches Element des sozialen Stadtlebens gewesen. Aus der Kenntnis ihrer Geschichte und den Geschichten um sie herum lässt sich ein Einblick in das frühere Leben in unserer Stadt gewinnen, der über das rein Dokumentarische zu den Häusern hinausgeht. 
Während des dritten großen Stadtbrandes im Jahre 1792 ging auch das Kronberger Rathaus in den Flammen unter. Mit ihm verbrannten wohl nahezu alle Archivalien. Die Stadt Kronberg hat ihr Gedächtnis verloren. Selbst danach bleiben die Quellen oft lückenhaft und nicht vollständig. 
Anhand gefundener Nachweise, Berichten, Erzählungen und meist schriftlich fixierter Erinnerungen und Erzählungen soll die Bedeutung der gastlichen Stätten für das städtische Leben in der Vergangenheit dargestellt werden sowie deren Geschichte und Bedeutung über die Zeit. 

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Vortrag vom 3. Dezember mit Autor Helmut Hujer

„Das Kriegsende vor 80 Jahren – Erinnerungen an das Kriegsende 1945 in Kronberg“

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Buchvorstellung fand statt am 19. November 2025

„Cronberg und Schönberg im Ersten Weltkrieg“

Autor Dr. Alexander von Hoffmeister las Artikel aus seinem neuesten Buch vor. Ein gewichtiges Werk was in der Kronberger Geschichte bisher als dunkles Kapitel fehlte. Jetzt kommen auf über 400 Seiten leicht lesbare Kapitel als Buch auf den Markt. Hier bei uns erhältlich!

Am 22. Oktober fand der Vortrag über   

„Bekannte, weniger bekannte und vergessene Plätze rund um den Großen Feldberg im Taunus“
statt. Vortragende und Buchautoren waren Sigrid & Dietrich Bender, aus Hofheim. Ihr Buch ist in der Bücherstube Kronberg erhältlich.

Wir sind Mitglied im Geschichtsverein, weil…

Museum Stadtgeschichte

Museum Stadtgeschichte

Das „Museum Stadtgeschichte“ befindet sich rechts des Burgtors und ist über zwei Treppen zu erreichen. Es stellt grob die Entwicklung des Städtchen Kronberg vom 13. bis zum 20. Jahrhundert dar. Dabei wird unter anderem auf die Stadt sowie auf die Lebensverhältnisse der Kronberger Ackerbürger (Handwerk, Gewerbe, Handel) eingegangen. Auch über die Herren von Kronberg sowie die bauliche Entwicklung der Burg, gibt es viel Wissenswertes zu erfahren. So genannte Feierabendziegel und zwei wertvolle Erzeugnisse von Kronberger Büchsenmachern sind als herausragende Exponate zu nennen. Ein eigener Bereich ist dem Kronberger Pfarrer und Pomologen Johann Ludwig Christ (1739 bis 1813) gewidmet, der den Obstanbau und die Obstbaumzucht in Kronberg verbessert und berühmt gemacht hat. Die Abteilung „Raus aus den Mauern“ befasst sich mit Aspekten der Stadtgeschichte des 19. Jahrhunderts. Hier werden die Mineralquellen und die Entwicklung des Kurbetriebs, die Kronberger Malerkolonie und die Anbindung an das Eisenbahnnetz (1874) dargestellt. Näher eingegangen wird auch auf die Ansiedlung wohlhabender Frankfurter Familien, den Ausflugs- und Fremdenverkehr sowie den Zuzug der Witwe des Kaisers Friedrich III., die sich im Schloss Friedrichshof in Kronberg ihren Wohnsitz errichten ließ. Außerdem sind Stereoskop-Fotografien aus der Zeit um 1900 zu betrachten, die aus der Sammlung des Kronberger Hofapothekers und Amateurfotografen Dr. Julius Neubronner (1852-1932) stammen, der auch als Erfinder der Brieftaubenfotografie gilt.

ÖFFNUNGSZEITEN

April – Oktober | Samstag & Sonntag  13 – 17 Uhr

November – März  geschlossen

Führungen finden auf Anfrage statt.

Der Eintritt ins Museum ist kostenlos.

ARCHIV-FUNDSTÜCK

KRONBERGER GESCHICHTSHEFTE

Wir haben viele relevante Themen zur Kronberger Geschichte aufgearbeitet und herausgegeben.

Sie sind für 3 Euro zu erwerben.

Hier zur Liste.

VorstanD

1. Vorsitzenden | Rolf.Gilgen  

2. Vorsitzender | Jens Becker
Kassenwart | Friedrich N. Schulte  

Schriftführer/in | N.N.

Beirat „Genealogie“ | Tilman Ochs
Beirat „Presse“ | N.N.

Beirat „Ortskunde“ | N.N.

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